Category Archives: Performance/ Video

Wir sehen nicht, was ist.


Im Spannungsfeld der Projektionen
Künstlerische Recherche & Intervention 01

Berichterstattung über Afrika bewegt sich in europäischen Medien oft in einem Spannungsfeld aus Projektion und Vereinfachung: Einzelne Perspektiven werden verallgemeinert, komplexe Realitäten reduziert und bestehende Narrative fortgeschrieben.



Ein aktueller Artikel in der Frankfurter Rundschau illustriert dies exemplarisch. Ausgangspunkt ist ein TikTok-Video einer deutschen Touristin, die zum zweiten Mal nach Sansibar reist, dort in einem Fünf-Sterne-Hotel wohnt und unter dem Account-Namen @allesscheissemann ein Video veröffentlicht (6.6.25).

Der Account-Name, ihr Luxusaufenthalt und die betont überlegene, genervte Inszenierung der Kritik setzen die Wahrnehmung in Kontext: Es handelt sich nicht um eine alltägliche Tourist:innen-Erfahrung, sondern um eine gezielt gestaltete öffentliche Darstellung, die Aufmerksamkeit generieren will. Im Artikel wird daraus eine pauschalisierende Stoßrichtung erkennbar, die nahelegt, weiße Menschen sollten nicht nach Afrika reisen.

Die Redakteurin Jana Stäbener (Frankfurter Rundschau) nimmt diesen Post neun Monate später als Ausgangspunkt für einen Artikel unter dem Titel: „Konnte es nicht genießen“: Deutsche rät eindringlich von Reisen nach Afrika ab.

Afrika ist ein Kontinent mit 54 Ländern. Inwiefern qualifiziert die subjektive Erfahrung einer einzelnen Touristin dazu, pauschale Empfehlungen für einen ganzen Kontinent auszusprechen – und diese journalistisch zu verstärken?

Die im Artikel zitierten Aussagen über Rassismus und Machtverhältnisse sind ernst zu nehmen. Doch anstatt das problematische Verhalten mancher Tourist:innen zu hinterfragen, wird implizit dazu geraten, diese Länder zu meiden.


Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung der Verantwortung.

Auch die Kritik an angeblicher „Kolonialnostalgie“ im Tourismus greift zu kurz. Geschichte – auch schmerzhafte – ist Teil der Identität eines Landes. Sie sichtbar zu machen, ist kein Marketingtrick, sondern oft Voraussetzung für Auseinandersetzung und Verständnis. Die Alternative wäre eine Form der Verdrängung.

Das Argument ökonomischer Ungleichheit überzeugt ebenfalls nicht. Dass sich viele Europäer Reisen leisten können, die für viele Afrikaner unerschwinglich sind, ist Ausdruck globaler und allgemeiner sozialer Ungleichheit – nicht spezifisch für Sansibar. Ein Rückgang des Tourismus würde diese Ungleichheit kaum beheben, sondern eher verschärfen.

Besonders problematisch sind pauschale Aussagen wie jene von Prof. Zimmerer, Europäer reisten in ehemalige Kolonien, um „ein koloniales Gefühl wieder aufleben zu lassen“. Solche Verallgemeinerungen sind nicht nur empirisch kaum belegbar, sondern reproduzieren selbst stereotype Denkmuster.

Ebenso irritierend ist die Formulierung, Reisende flögen nach „Deutsch-Südwestafrika“. Dieses Land existiert nicht mehr. Namibia ist seit 1990 ein souveräner Staat. Sprache formt Wahrnehmung – und hier wird eine koloniale Perspektive durch den Geschichtsprofessor eher fortgeschrieben als kritisch reflektiert.

Die Behauptung, viele Lodges in Namibia seien „in deutscher Hand“, bleibt unbelegt und unspezifiziert. Tatsächlich ist der Erwerb landwirtschaftlicher Flächen durch Ausländer seit 1995 stark eingeschränkt. Pauschale Zuschreibungen ohne Faktenbasis tragen wenig zur Aufklärung bei.

Auch die Aussage, Reisende bekämen „kaum etwas“ von der Geschichte und Vielfalt der namibischen Bevölkerung mit, wirft Fragen auf. Namibia verfügt über eine vielfältige, selbstbewusste Tourismusbranche, in der Menschen unterschiedlichster ethnischer Hintergründe ihre Geschichte aktiv vermitteln.

Was in diesem Artikel sichtbar wird, ist weniger eine Analyse afrikanischer Realitäten als vielmehr eine europäisch geprägte Perspektive auf Afrika – durchzogen von impliziten Überlegenheitsannahmen und Generalisierungen, die in Unterstellungen über mangelnde Eigenständigkeit münden.

Wenn davon gesprochen wird, den Zielländern „blieben kaum Alternativen, als mitzuspielen“, zeigt sich ein paternalistisches Verständnis, das der Souveränität dieser Staaten nicht gerecht wird.

Prof. Zimmerer, die TikTokerin und die Autorin vereint dabei vor allem eines: eine bestimmte Sicht auf die Welt. Oder, um es mit Anaïs Nin zu sagen:

„Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern so, wie wir sind.“

Ein Satz, der die zugrunde liegende Perspektive dieses Artikels präziser erfasst als jede weitere Analyse.

Als Namibierin frage ich: Wem nützt ein solcher Artikel?

Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige vieler afrikanischer Länder, darunter Namibia. Pauschales Abraten vor Reisen nach „Afrika“ wegen persönlichen Befindlichkeiten und vagen Unterstellungen seitens Prof. Zimmerer tragen nicht zur kritischen Auseinandersetzung bei, sondern gefährden Existenzen.

Vielleicht wäre es hilfreicher, differenziert über verantwortungsvolles Reisen zu sprechen – statt ganze Kontinente zu diskreditieren.

Imke Rust ©
2026

Vertiefende Anmerkungen:

Originalaussage / Zitat aus dem ArtikelKontext / InterpretationMeine Kritik / Anmerkung
„wieso ich weissen Menschen von Sansibar abrate“ (TikTok, 6.6.25, @allesscheissemann)Deutsche Touristin (2. Besuch), Aufenthalt im Fünf-Sterne-Hotel, Social-Media-InszenierungPauschale und problematische Verallgemeinerung: Eine heterogene Gruppe wird als einheitliches Subjekt adressiert und ausgeschlossen.
Die zugespitzte Formulierung und Inszenierung legen nahe, dass Aufmerksamkeit gezielt erzeugt wird, statt Differenzierung.
Verlinkung des TikTok-Videos im Artikel und mehrfache ZitateDie direkte Verlinkung des Videos verschiebt Aufmerksamkeit und verleiht einer einzelnen, stark zugespitzten Perspektive zusätzliche Reichweite und implizite Legitimation.Dadurch entsteht der Eindruck von Relevanz und Repräsentativität, der über den eigentlichen Gehalt des Beitrags hinausgeht. Gleichzeitig übernimmt der journalistische Kontext ungewollt die Logik der Plattform: Zuspitzung wird verstärkt, Differenzierung tritt in den Hintergrund.
„Konnte es nicht genießen“: Deutsche rät eindringlich von Reisen nach Afrika abÜberschrift FR-Artikel, 29.3.26Afrika wird als Ganzes diffamiert, persönliche Erfahrung wird als Expertenmeinung präsentiert.
„…ich habe noch nie so viel akzeptierten Rassismus gesehen wie hier…“TikTok-Video zitiert im FR-ArtikelKritische Beobachtung, aber ohne Kontext pauschalisiert, leitet falsche Schlussfolgerung für alle Reisenden ab.
„Weiße Touristinnen und Touristen könnten sich dort gefühlt alles erlauben. Es sei ein schlimmes ‚Machtverhältnis‘ zu spüren.“TikTok-Video zitiert im FR-ArtikelFokus auf wahrgenommenes Machtverhältnis verschiebt Verantwortung weg von problematischem Verhalten einzelner Tourist:innen.
Geschichtsprofessor: Kolonialnostalgie als Marketing-Strategie im TourismusFR-Artikel – Untertitel und Zitat,  Autoritätsperson bestätigt, also glauben wir alles.Geschichte sichtbar zu machen ist kein Marketing-Trick, sondern Voraussetzung für Verständnis; Verdrängung wäre falsch.
„ Zum einen führten ökonomische Strukturen dazu, dass sich Europäer Urlaub auf Sansibar leisten können, viele Menschen aus Tansania aber keinen Urlaub in Deutschland.“Prof. Zimmerer zitiert im FR-Artikel,  Diskussion ökonomischer UngleichheitFokussiert selektiv auf Deutschland, ignoriert globale soziale Ungleichheit. Argument wird verkürzt, um afrikanische Länder als „problematisch“ darzustellen, obwohl die Realität komplexer ist. Ein Rückgang des Tourismus würde Ungleichheit eher verschärfen.
„Menschen aus Europa würden in ehemalige Kolonien reisen, um ein koloniales Gefühl wieder aufleben zu lassen“Prof. Zimmerer zitiert im FR-ArtikelExtrem pauschalisierende Unterstellung, empirisch nicht belegt, reproduziert stereotype Denkmuster.
Als Beispiele nennt er koloniale Lodges in Südafrika, Sundowner auf den Dünen oder Fotosafaris mit dem Geländewagen in Namibia.“
Prof. Zimmerer zitiert im FR-ArtikelUnterstellung, dass jede Aktivität koloniale Gefühle reproduziert und Touristen allein aus diesem Grund nach Afrika reisen.  Realität vor Ort und infrastrukturelle Notwendigkeiten werden ignoriert.
„Den Zielländern bleiben kaum Alternativen, als hier mitzuspielen“Prof. Zimmerer zitiert im FR-ArtikelHerablassend, paternalistisch, ignoriert Souveränität von Tansania, Namibia, Südafrika. Alle Länder sind seit vielen Jahren unabhängig, werden von Afrikaner:innen regiert und die afrikanische Bevölkerung stellt die absolute Mehrheit. Die Formulierung unterstellt fälschlicherweise Machtlosigkeit und „Mitspielen“ gegenüber Europa.
„Zehntausende deutsche Touristen fliegen jedes Jahr nach Deutsch-Südwestafrika“Prof. Zimmerer zitiert im FR-ArtikelHistorisch veraltet, Namibia ist seit 1990 souverän. Sprache reproduziert koloniale Perspektive.
Oder meint er es ironisch? Siehe auch folgenden Punkt:
„… Sie übersehen dabei, dass die Tourismusindustrie in Namibia die koloniale Geschichte widerspiegelt, …“Prof. Zimmerer zitiert im FR-ArtikelWenn der vorherige Satz ironisch gemeint sein sollte, würde diese Aussage wiederrum nicht stimmen. Die koloniale Geschichte ist in Namibia kaum zu übersehen – das ist Teil der Kritik. Siehe auch folgenden Punkt:
„… Sie übersehen dabei, dass die Tourismusindustrie in Namibia die koloniale Geschichte widerspiegelt, …“Prof. Zimmerer zitiert im FR-ArtikelWidersprüchlich: Im Artikel wird zuvor behauptet, die koloniale Geschichte sei als Marketingstrategie stark präsent und beeinflusse die Reiseerfahrung (Touristen „leben koloniales Gefühl wieder auf“). Jetzt wird gleichzeitig behauptet, die Reisenden übersehen die koloniale Geschichte. Diese inkonsistente Darstellung untergräbt die Argumentation und zeigt, dass die pauschalen Unterstellungen nicht stichhaltig sind.
„Viele Lodges seien in deutscher Hand“Prof. Zimmerer zitiert im FR-ArtikelUnbelegte Pauschalbehauptung. Weder wird quantifiziert, wie viele Lodges gemeint sind, noch was „in deutscher Hand“ konkret bedeutet (Bundesdeutsche vs. deutschsprachige Namibier). Der Erwerb landwirtschaftlicher Flächen durch Ausländer ist seit 1995 stark reguliert (Agricultural Land Reform Act), Investitionen erfolgen meist über Joint Ventures mit namibischer Mehrheitsbeteiligung. Zudem wird implizit unterstellt, Eigentum gehe automatisch auf koloniale Aneignung zurück – eine Verkürzung komplexer historischer Entwicklungen (inkl. späterer südafrikanischer Siedlungspolitik). Pauschale Zuschreibungen dieser Art tragen zur Verzerrung bei und verstärken bestehende gesellschaftliche Spannungen, statt sie differenziert zu beleuchten.
„Reisende bekämen kaum etwas von der Geschichte der Herero und Nama und der Stämme Ovambo und San mit“Prof. Zimmerer zitiert im FR-ArtikelNamibia verfügt über vielfältige, selbstbewusste Tourismusbranche, die Geschichte aktiv vermittelt. Pauschale Aussage, ignoriert Realität.
…„Meist nur Zerrbilder ihrer vermeintlichen ‚Primitivität‘“, sagt er.“
Prof. Zimmerer zitiert im FR-ArtikelStark pauschalisierende Unterstellung gegenüber Reisenden. Gleichzeitig reproduziert die Verwendung des Begriffs „Primitivität“ selbst eine koloniale Perspektive, die Menschen und Kulturen hierarchisiert. Darüber hinaus impliziert die Aussage, dass auch die namibische Tourismusbranche selbst vor allem solche Zerrbilder vermittelt. Dies wirft Fragen auf: Ein Großteil der Menschen, die im Tourismus arbeiten – Guides, Betreiber:innen, Mitarbeitende – sind Namibier:innen unterschiedlichster Hintergründe, mehrheitlich Schwarze Namibier:innen. Ihnen indirekt zu unterstellen, sie würden stereotype oder entwürdigende Bilder ihrer eigenen Gesellschaft reproduzieren, ohne dies zu reflektieren, ist selbst eine problematische Verkürzung. Die Aussage bleibt damit in mehrfacher Hinsicht pauschal, fragwürdig und ohne erkennbare empirische Grundlage.

Ausgangspunkt dieser künstlerischen Recherche: ein Artikel in der Frankfurter Rundschau, [29.03.2026]


Was leise gewachsen ist – ein Jahresgruß

Zum Jahresausklang – Dank & Ausblick

Liebe kreative Wegbegleiter,

zum Ende dieses Jahres möchte ich innehalten und Danke sagen.
Danke für Interesse, Vertrauen, Gespräche, Unterstützung und geteilte Zeit. Die Weihnachtszeit lädt dazu ein, das Vergangene ruhig zu betrachten – und mit offenem Blick nach vorn zu gehen.

2025 war für mich geprägt von intensiven Arbeitsphasen, Begegnungen und Projekten, die mich künstlerisch wie persönlich bewegt haben. Ein paar wichtige Stationen habe ich weiter unten in einem kurzen Rückblick zusammengefasst.

All das wäre ohne eure Begleitung auf unterschiedliche Weise nicht möglich gewesen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Mit Blick auf 2026 öffnen sich auch wieder neue Räume:

Die VHS-Kurse für das 1. Semester 2026 sind seit Kurzem online. Da ich meine Kurse bewusst klein und persönlich halte, füllen sie sich erfahrungsgemäß schnell.
Wenn du dich im kommenden Jahr (wieder) mit mir auf kreative Abenteuer einlassen möchtest, Lust auf Farben, Ausdruck und neue Impulse hast, freue ich mich über deine baldige Anmeldung. Sag es auch gern weiter – oder buche gemeinsam mit einem lieben Menschen. Zusammen macht es oft noch mehr Freude.

Außerdem möchte ich euch bitten, euch schon jetzt die Tage des offenen Ateliers vorzumerken. Sie finden wie immer am ersten Maiwochenende statt (2. & 3. Mai). Am Samstag gibt es im Anschluss außerdem eine Foto- und Videoerzählung mit persönlichen Einblicken„Namibia – künstlerische Notizen aus meiner Heimat“.

Im November habe ich die Präsentation meiner Kunst und Projekte, sowie die Informationen auf meiner Webseite überarbeitet und aktualisiert. Ich lade euch herzlich ein, dort einmal vorbeizuschauen und in meinen Projekten zu stöbern.

Folgt mir auch gerne auf Instagram, wo ihr aktuelle Einblicke in meine Arbeit, meine Gedanken und mein Sein bekommt. Dort bin ich auch besonders dankbar über Interaktionen wie Likes und Kommentare, da sie helfen meine Sichtbarkeit zu erhöhen – in diesen Zeiten eine goldwerte Unterstützung!

Kreativ Kurse
von Imke Rust

an der VHS Oberhavel

Der Mixed-Media Kurs wird in diesem Semester nicht an der VHS angeboten. Wenn es genügend Interessenten gibt, biete ich ihn gerne privat an. Meldet euch bitte einfach bei mir!

Rückblick 2025 – künstlerische Höhepunkte


2025 war für mich ein Jahr intensiver Ausstellungen, internationaler Begegnungen und vertiefender Recherche. Meine Arbeiten waren in Gruppenausstellungen in Deutschland sowie in Südkorea zu sehen, unter anderem im Rahmen der Geumgang Nature Art Pre-Biennale und in Ausstellungen in Daejeon.

Besonders prägend waren die beiden Präsentationen der Reihe Dialog:Linie im GEDOK Kunstflügel Rangsdorf, die sich dem Verhältnisvon Zeichnung, Raum und Resonanz widmeten.

Ein zentrales Highlight war die Residency und Zwei-Personen-Ausstellung „Dialog:Linie #1 – Zeichnung & Raum“ mit Adelheid Fuss. Die intensive Zusammenarbeit, das Arbeiten mit räumlichen Gegebenheiten, klaren Begrenzungen und dem direkten Gegenüber entsprach in besonderer Weise meiner künstlerischen Arbeitsweise. Ein kurzer Videoeinblick mit uns und der Kuratorin Kaj Osteroth gibt einen schönen Eindruck davon.

Auch die Ausstellung „Acht Frauen“ in der Galerie47 war inspirierend und wirkte durch ihre besondere Konstellation und Tiefe lange nach.

Linien die das Leben schrieb | mixed-media Zeichnung auf FabrianoZeichenpapier 150 x 326cm 120g/m²; entstand während der Dialog:Linie #1 Mini-Residenz



Die Auseinandersetzung mit Kolonialgeschichte und meinen familiären Verflechtungen in Namibia setzt sich in meiner Arbeit behutsam fort. Im Januar begann dort eine performative Medienarbeit (Healing Horse – Bild oben), in der sich Geschichte, Trauma, Heilung und Transformation miteinander verweben.

Im August führte mich eine Recherche- und Arbeitsreise nach Enger, den Geburtsort meines Urgroßvaters, des Missionars August Kuhlmann.

Diese Arbeiten wirken weiter, verbinden sich langsam und finden ihren Weg in meine künstlerische Praxis. Etwas Besonderes wächst im Verborgenen – wie eine Schwangerschaft, in der sich vieles erst zusammenfügen muss, bevor es der Welt begegnet.

Tiefes Lauschen und Forschungen zu den Orten an denen Missionar August Kuhlmann aufgewachsen ist – die Kirche in Enger und die ehemalige Tabakfabrik, wo er nachdem frühen Tode seines Vaters als Kind arbeiten musste.

Ebenfalls in diesem thematischen Feld wurden Arbeiten von mir als Projektionen in der Theaterperformance ROOTS von Karen Rémy integriert. Es freut mich, dass sie Arbeiten aus meiner Roots & Branches Serie ihr Bühnenbild auf spannende Weise verdichteten.

Dadurch entstand eine besondere Verflechtung zwischen uns und unseren gemeinsamen (kolonialen) Vorfahren, deren Geschichte wir auf unterschiedliche Weise künstlerisch verhandeln.

HIER im Trailer bekommt man einen Eindruck von der Verbindung zwischen Karens Arbeit und meinen Zeichnungen.


Ich wünsche euch eine ruhige, besinnliche Weihnachtszeit, einen guten Jahresausklang und einen zuversichtlichen Start ins neue Jahr. Möge 2026 Raum lassen für Neugier, Begegnung, Kreativität und gemeinsames Denken und Machen.

Herzliche, kreative Grüße,
Imke Rust

Untitled 2025 | Abstract Painting, Acrylic on canvas board |40x50cm


Interview: DIALOG:LINIE (Video)

[English below] Die Linie und die Zeichnung sind zentrale Aspekte meiner interdisciplinären künstlerischen Ausdrucksweise.

Im Sommer 2025 wurde ich eingeladen an einer spannenden Projekt Serie der GEDOK Brandenburg Teil zu nehmen: DIALOG:LINIE.

Den Auftakt bildete eine Mini-Residence: Zwei Tage. Zwei Künstlerinnen. Ein Raum. – in der Adelheid Fuss und ich gemeinsam das Thema ‘Zeichnung und Raum’ erforschen konnten. Im Anschluss gab es dazu eine Ausstellung der entstandenen Arbeiten und Prozesse.

Ich freue mich, dass es nun ein Video gibt von einem Interview mit Adelheid Fuss und mir, in dem wir über das Projekt und unsere Erfahrungen reden.

Zusätzlich teile ich hier unter dem Video auch noch weitere Gedanken von mir zu dem Thema, die ich mir für das Künstlerinnengespräch zur Eröffnung mit Kaj Osteroth notiert hatte.

Das Interview mit Adelheid Fuss und Imke Rust führte Kaj Osteroth im Ausstellungsraum der Galerie Kunstflügel in Rangsdorf.
Film: Kaj Osteroth und Timothy Speed, 2025.

Vielen Dank an die GEDOK Brandenburg, Kaj Osteroth und Timothy Speed für diesen Film.

Mehr Infos und Bilder zu dem Projekt und der Ausstellung findet ihr HIER.

Interviewfragen zur Eröffnung der Ausstellung

Geführt von Kaj Osteroth

Kaj Osteroth: In einem Interview mit Carola Hartlieb-Kühn sagst du: „Ich benutze die Äste, um einen Fluss zu zeichnen.“ Das klingt nicht nur sehr schön und beinahe poetisch sondern bietet auch einen großzügigen, erweiterten Begriff der Zeichnung. Würdest du zu deinem Begriff der Zeichnung deine Gedanken mit uns teilen?

Imke Rust: Ich arbeite sehr vielseitig und unterschiedlich und habe dann irgendwann festgestellt, dass einer der sprichwörtlichen roten Fäden in meiner Arbeit eigentlich die Linie ist.
Ich denke und sehe in Linien. Vor allem die unsichtbare Linien, die Verbindungen auftun, aber auch Linien die Dinge umschreiben, Klarheit schaffen und durch ihre Präsenz auch auf die Zwischenräume aufmerksam machen.

Die Linie drückt für mich sehr stark Gefühle aus und lenkt unsere Wahrnehmung. Ich liebe die einfache Bleistift Linie oder Zeichnung auf Papier, aber finde es total spannend, sie weiter zu denken: Als dreidimensionale große Linie im Raum oder in der Landschaft, die sehr vergängliche Linie die ein Windhauch zeichnet oder etwa die vielen geistigen Linien die in meinem Kopf entstehen, zwischen Ideen, Gegebenheiten oder unterschiedlichen Themen.

Kaj Osteroth: Du bist Beobachterin und Teil eines großen Ganzen. Wolken, Termiten, Systeme und Strukturen werden zu Bild, zu Kunst. Viele dieser Aspekte sind auch hier in der gemeinsam entwickelten Installation wiederzuerkennen. Wie sieht bei dir eine Annäherung an einen neuen Raum aus?

Imke Rust: Ich neige wirklich dazu immer gerne das große Ganze zu denken. Wenn ich also einen neuen Raum oder Projekt begegne, versuche ich die Gegebenheiten zu überblicken und mich dann drauf einzulassen, welche Linien – also Verbindungen – entstehen wollen.

Zwischen allen Ideen, all den schon bestehenden Arbeiten, den Räumen und in diesem Fall die Verbindungen zu den Arbeiten und dem Dialog von und mit Adelheid Fuss.

Ich fange meist mit einer Idee an oder einem Aspekt der mich grade besonders anspricht und verfolge, welche Linien sich bilden wollen. Dabei arbeite ich sehr intuitiv und offen, aber am Ende ist es wichtig, dass in meinem Gefühl jede Linie und jede Verbindung stimmt. Nicht nur die offensichtlichen, sondern auch die auf den Meta-ebenen.

Viele anfängliche Linien werden dann auch wieder fallengelassen oder geändert, aber sie waren wichtig um mich in eine gewisse Richtung zu führen.

Kaj Osteroth: Bei der Begegnung vor Ort während eures gemeinsamen Prozess hatte ich den Eindruck, dass die Linie, also das Weitertreiben und Verlängern eines simplen Strichs, die Zeichnung, euch auch als Verortung dient. Gedanken vorantreiben, Grenzen abstecken, nicht notwendigerweise gegeneinander, sondern miteinander. War die Linie, die Zeichnung mit ihrem Potential Gegenstand eurer Diskussion, des Dialogs?

Imke Rust: Ja, auf jeden Fall. Der Dialog hinter den Kulissen und auch neben der eigentlichen Arbeit war unheimlich spannend, wertvoll und ergiebig. Viel mehr, als was vielleicht am Ende in der Ausstellung wirklich zu sehen ist.

Kaj Osteroth: Was habt ihr jeweils mitgebracht in diese Räume und den gemeinsamen Dialog? Und könntet ihr sagen, dass nicht nur das gemeinsame vor Ort sein und der Austausch, sondern auch das Medium, also die Zeichnung auf Papier oder im Raum, so wie du es begreifst, Einfluss auf eure Auseinandersetzung hatte? Möglichkeiten eröffnet hat, vielleicht gerade weil sie so vielfältig, flüchtig und einfach ist?

Imke Rust: Wir kannten uns vorher nicht, aber haben schon versucht ein wenig auszuloten welche Zeichnungen und mögliche Ideen jede von uns hat, die wir mitbringen können, als Grundlage um den Dialog zu starten, und auch weil die Zeit ja sehr knapp war. Schon da hat sich die Linie und Zeichnung als sehr zentraler Aspekt aufgetan. Auch die Parallelen, das wir beide neben unserem Interesse an der Linie, auch ein Interesse für Figuren und Verbindungen haben. Oder auch die Spannung zwischen dem figürlichen und Abstrakten, dem geplanten und dem Zufall in der Linie.

Exhibition View Dialog:Linie #1 Imke Rust

ENGLISH

Drawing and the line are central aspects of my multifaceted artistic expression.

In the summer of 2025, I was invited to take part in an exciting project series organised by GEDOK Brandenburg: DIALOG:LINIE.

It kicked off with a mini-residency: Two days. Two artists. One room. during which Adelheid Fuss and I explored the idea of ‘Drawing and Space’.
This was followed by an exhibition of the resulting works.

Now I am happy to share a video of an interview with Adelheid Fuss and me in which we talk about the project, its processes and our experiences.

In addition, I am also sharing my thoughts that I had noted down for the artist talk with Kaj Osteroth at the opening.

Find more info, videos and images of this project HERE.

Interview questions for the opening of the exhibition

Conducted by Kaj Osteroth

Kaj Osteroth: In an interview with Carola Hartlieb-Kühn, you say: ‘I use the branches to draw a river.’ Not only does this sound very beautiful and almost poetic, it also offers a generous, expanded concept of drawing. Would you share your thoughts on your concept of drawing with us?

Imke Rust: My work is very diverse and varied, and at some point I realised that one of the proverbial common threads in my work is actually the line.
I think and see in lines. Especially invisible lines that open up connections, but also lines that describe things, create clarity and, through their presence, draw attention to the spaces in between.

For me, lines are powerful in expressing emotions and guide our perception. I love simple pencil lines or drawings on paper, but I find it really exciting to take them further: as large three-dimensional lines in space or in the landscape, the very transient lines drawn by a breath of wind, or the many mental lines that arise in my head, between ideas, circumstances or different topics.

Kaj Osteroth: You are an observer and part of a larger whole. For you clouds, termites, systems and structures become images, become art. Many of these aspects can also be recognised here in the jointly developed installation. How do you approach a new space?

Imke Rust: I really tend to always think about the big picture first. So when I encounter a new space or project, I try to get an overview of the circumstances and then let myself get involved in whatever lines – i.e. connections – want to emerge.

Between all the ideas, all the existing works, the spaces and, in this case, the connections to the works and the dialogue by and with Adelheid Fuss.

I usually start with an idea or an aspect that particularly appeals to me and follow the lines that want to form. I work very intuitively and openly, but in the end it’s important that every line and every connection feels right to me. Not just the obvious ones, but also those on the meta-levels.

Many initial lines are then discarded or changed, but they were important in guiding me in a certain direction.

Kaj Osteroth: When we met on site during your joint process, I had the impression that the line, i.e. the continuation and extension of a simple stroke, the drawing, also serves as a means of orientation for you. Driving thoughts forward, setting boundaries, not necessarily against each other, but with each other. Was the line, the drawing with its potential, the subject of your discussion, of your dialogue?

Imke Rust: Yes, definitely. The dialogue behind the scenes and also alongside the actual work was incredibly exciting, valuable and productive. Much more so than what might actually be seen in the exhibition that came from it.

Kaj Osteroth: What did each of you bring to these rooms and to the joint dialogue? And would you say that not only being together on site and the exchange, but also the medium, i.e. drawing on paper or in space, as you understand it, had an influence on your discussion? Did it open up possibilities, perhaps precisely because it is so diverse, fleeting and simple?

Imke Rust: We didn’t know each other before, but we tried to explore a little bit what drawings and possible ideas each of us had that we could bring with us as a basis for starting the dialogue, and also because time was very limited. Even then, line and drawing emerged as the central aspect. Also the parallels in the interests that we both have in figures and connections in addition to our interest in the line. Or the tension between the figurative and the abstract, the planned and the random in drawing.

Insights: My Art Reflected Through Research

Einblicke: Meine Kunst im Spiegel der Forschung

🇬🇧 English

In 2020, I was invited by Julia Rensing to give an interview about my artistic practice as part of her doctoral research. What followed was an inspiring exchange of thoughts and artworks between us. Julia has since successfully completed her dissertation, which has now been published as a book under the title Troubling Archives: History and Memory in Namibian Literature and Art.

The best part: the entire publication is freely accessible online – you’ll find the link above!

Of course, it would be wonderful if you also ordered the book and supported the author in her work – there’s something truly special about holding a book in your hands.

In Chapter 2, Artistic Archival Interventions and Memory Conversions, several of my works and series are discussed in depth, including Memory Series, Roots & Branches, and A Thorny Issue. My works are placed in dialogue with those of my Namibian colleague Tuli Mekondjo, opening up a compelling conversation around memory, history, and artistic engagement with archives.

If you’re interested in historical perspectives, archives, memory culture in Namibia, or a deeper insight into my artistic work, I warmly invite you to explore the book.



🇩🇪 Deutsch

Im Jahr 2020 wurde ich von Julia Rensing eingeladen, im Rahmen ihrer Doktorarbeit ein Interview über meine künstlerische Praxis zu geben. Daraus entwickelte sich ein inspirierender Austausch von Gedanken und Kunstwerken zwischen uns. Inzwischen hat Julia ihre Dissertation erfolgreich abgeschlossen – sie ist nun unter dem Titel Troubling Archives – Geschichte und Erinnerung in der namibischen Literatur und Kunst als Buch veröffentlicht worden.

Das Beste daran: Die vollständige Publikation ist online frei zugänglich – den Link findet ihr oben!

Aber natürlich wäre es toll, wenn ihr das Buch auch bestellt und die Autorin in ihrer Arbeit unterstützt – so ein Buch in der Hand zu halten, ist doch immer noch etwas Besonderes.

In Kapitel 2 mit dem Titel Artistic Archival Interventions and Memory Conversions (Künstlerische Archivinterventionen und Gedächtnisumwandlungen) werden mehrere meiner Arbeiten eingehend analysiert, darunter Memory Series, Roots & Branches und A Thorny Issue. Meine Werke werden in diesem Kapitel gemeinsam mit denen meiner namibischen Kollegin Tuli Mekondjo betrachtet – ein spannender Dialog entsteht, der unsere künstlerischen Zugänge zu Erinnerung und Geschichte gegenüberstellt und miteinander verknüpft.

Wenn ihr euch für historische Perspektiven, Archive, Erinnerungskultur in Namibia oder für eine tiefere Auseinandersetzung mit meiner künstlerischen Arbeit interessiert, lade ich euch herzlich ein, in das Buch hineinzulesen.


Dialog:Linie – Offenes Arbeiten im Raum

Projekt Info und Einladung zur Vernissage

Ich freue mich sehr, Teil eines besonderen Projekts der GEDOK Brandenburg zu sein: Gemeinsam mit einer weiteren Künstlerin, Adelheid Fuss, bin ich eingeladen, zwei Tage lang in den Galerieräumen zu arbeiten, zu experimentieren und dem Thema „Raum und Zeichnung“ auf ganz eigene Weise nachzugehen.

Im Mittelpunkt steht der offene Prozess – es geht nicht um fertige Werke, sondern um das spielerische, spontane Erkunden und Erproben. Die Galerie wird dabei nicht nur Arbeitsort, sondern aktiver Teil der Auseinandersetzung: Raum und Zeichnung treten in Beziehung, greifen ineinander, beeinflussen einander.

Ob nebeneinander, miteinander oder aufeinander reagierend – unsere Arbeitsweisen bleiben offen, flexibel und dialogisch. Das, was in diesen Tagen entsteht, wird in einer ortsbezogenen, prozessorientierten Installation münden, die im Rahmen einer Vernissage öffentlich gezeigt wird.

Ein Projekt von Kaj Osteroth, in Zusammenarbeit mit der GEDOK Brandenburg.

Ich lade euch herzlich ein, das Projekt und seine Entfaltung auf meinem Instagram Kanal zu begleiten. Morgen, am Freitag, den 4. Juli geht es los. Wir werden bis Samstag Abend den 5. Juli in der Galerie sein und arbeiten.


Vernissage:

Save the date:
Wann: 13. Juli, 16Uhr Vernissage mit einem Künstlerinnengespräch um 16:30Uhr
Wo: Galerie KUNSTFLÜGEL der GEDOK Brandenburg,
Seebadallee 45
15834  Rangsdorf
Telefon: 033708 – 70733 oder 0163-2568234
E-Mail: info(at)gedok-brandenburg.de

Ich freue euch dann persönlich durch die Ausstellung zu führen, wenn ihr es einrichten könnt. Es wird bestimmt spannend!

Wer nicht zur Vernissage kommen kann, kann sich die Öffnungszeiten notieren: Do und So 14-18 Uhr

Die Ausstellung endet am 17. August 2025.

Offene Ateliers 2025: Kunst und Kreativität erleben

Kunst und Film

Liebe (Kunst)Freunde,

es ist wieder soweit! Nachdem ich im letzten Jahr eine Pause eingelegt habe, nehme ich dieses Jahr wieder an den Tagen des Offenen Ateliers teil – und ihr seid alle herzlich eingeladen!

In der Zwischenzeit ist viel passiert: spannende Projekte, neue Kunstwerke und frische Perspektiven. Eine perfekte Gelegenheit also, das Atelier mal wieder auf Vordermann zu bringen, zu sortieren und euch eine neue Auswahl meiner Arbeiten zu zeigen.

Neben aktuellen abstrakten Malereien, Zeichnungen und Collagen gibt es ein exklusives Preview meiner neuesten medienbasierten Performance (Video) zu sehen – entstanden Anfang des Jahres in Namibia.

Ich freue mich auf gute Gespräche bei einem Kaffee oder einem Glas Wein!

Für alle Filminteressierten, die das diesjährige Danger Zone Independent Film Festival auf St. Pauli verpasst haben:
Steffen Holzkamp zeigt am Samstag um 19 Uhr seine preisgekrönte Dokumentation
„Funktaxe 1991 – Nachtschicht durch Berlin (West)“.
Mehr Infos unter: www.funktaxi1991.de

Trailer:

Poster Funktaxe 1991

Öffnungszeiten: 
Samstag 3. Mai: 14 – 19Uhr , 19 – 20Uhr Doku
Sonntag 4. Mai: 11 – 18Uhr 

Adresse:
Studio Imke Rust, Birkenstr. 11, 16515 Oranienburg O/T Neu-Friedrichsthal

Das ganze Program mit weiteren Informationen zu allen Offenen Ateliers in Oberhavel finden sie/du HIER.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen!

Kreative Grüße, Imke und Steffen

Bitte auch schon vormerken:

Zur Sonnenwende biete ich einen Land Art Workshop im wunderschönen Fontane Garten in Rauschendorf an. Aufs Bild oben klicken für weitere Infos und zur Anmeldung. 

Erinnerung: Führung durch die Ausstellung & Film am 24.11.23

Wir laden herzlich ein zur Filmvorführung des preisgekröntem Film:

von Steffen Holzkamp über Imke Rusts Land Art Projekte in Namibia

Am Freitag, den 24.11.23 um 19Uhr
in der Klosterscheune Zehdenick
Domänenweg 1, 16792 Zehdenick

Künstlerin und Filmemacher sind anwesend und laden im Anschluss zur Diskussion und Führung der Ausstellung ein.

Durch den Film lernt man Imke Rusts Arbeits- und Denkweise kennen. Man bekommt eine Einsicht in ihre ortsbezogene Arbeiten in der grandiosen namibischen Landschaft.

Die Ausstellung ist ein weiteres Zeugnis von Rusts tiefer Verbindung zur namibischen Natur und ihrem Wunsch die Zusammenhänge zu verstehen und sichtbar zu machen, in diesem Fall durch prozess-orientierte Arbeiten und künstlerisch-kreativen Forschungsansätzen.

Imke Rust führt im Anschluss zum Film durch die Ausstellung um einen tieferen Einblick in ihre Materialwahl, Vorgehensweise und Gedanken zu den Arbeiten zu geben. Dabei teilt sie ihr spannendes Wissen über afrikansiche Mythologie, wissenschaftliche Erkenntnissen zu Termiten und ihrem eigenen persönlichen Dialog mit diesen fazinierenden Wesen.

Die Ausstellung zeigt Textilarbeiten, Mixed-Media Collagen, Zeichnungen, Videos und Fotografien.
Dauer der Ausstellung: 12.11.23 – 25.2.24
Öffnungszeiten: Mi – So und an Feiertagen von 13 – 17 Uhr

Trailer vom Film:

Synopsis des Films:

In der prallen Wüstensonne über 1000 Weißdornen zu Kreisen legen? Schwarze Müllsackrosen in die Sanddünen pflanzen? Oder eine halbe Tonne Salz  zu einer begehbaren Skulptur formen?

Die Landart Installationen der Namibischen Künstlerin Imke Rust folgen einem immanenten Anliegen: Der Sorge über den zunehmenden Uranabbau in Namibia und der Verschandelung der Wüste. Ihre Kunstwerke sorgen für Aufmerksamkeit, verstehen sich aber auch als ein symbolischer Schutz für das geschundene Land.

Kann Kunst etwas bewirken? Was kann ich tun? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Imke Rust auf eindringliche Weise.

In 2012 in Namibia und Berlin gedreht, spiegelt der Film die  teils meditative Stimmung der Entstehung von Rust’s Landart. Ruhige Einstellungen bei der Installation der „Salt Circles“ oder reportagige Handkamera bei der Videoperformance „The Scream“ auf der Seebrücke am Atlankik: Schnitt und Montage folgen dem Tempo der Kunst.

Die Absage der gebuchten Rust-Ausstellung seitens der Kunstvereinigung bringt dem Film eine dramaturgische Wendung und verlagert den Schwerpunkt hin zu einer gesellschaftlichen und medialen Kontroverse über die „Freiheit der Kunst“ in Namibia.

So organisiert sich die bekannte Künstlerin mit Hilfe durch ein Netzwerk von Unterstützern ihre Ausstellung einfach selbst.

Starke Bilder an atemberaubenden Orten, sowie Illustrationen und Musik verdichten den Film zu einem eindrucksvollen Statement für Courage und Eigeninitiative im eher konservativen Namibia.

Die Filmarbeit in Namibia wurde teilweise vom National Arts Council of Namibia unterstützt.

KunstTREFFpunkt: Adopt-a-Cloud

KunstTREFFpunkt Performance Festival

Auch / Also:

Wann / When: Fr 1.9.2023 l 19:30 Uhr (Film: 45 Min mit Diskussion im Anschluss)
Wo / Where: Internationales Waldkunstzentrum, Ludwigshöhstr. 137

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In vielen Teilen der Welt sind die Wolken scheu und rar geworden. Oder sie marodieren in wilden Rotten und überfluten das Land…

Wir Menschen haben unsere Rolle als Hüter der Natur vergessen und unsere persönliche Verbindung zu den Wolken und anderen Naturwesen verloren.

Die namibische Künstlerin Imke Rust hat über 333 einsame Wolken gesammelt, die nun von Ihnen adoptiert werden können.

Mit einer Patenschaft übernehmen Sie die Verantwortung ihre Wolke zu ehren, zu hegen und zu pflegen. Durch diese bewusste Wertschätzung helfen sie das natürliche Gleichgewicht wieder zu erlangen.

Durch die Adoption einer Wolke bestärken wir unsere persönliche Verbindung zu unserer Umwelt. Wir übernehmen symbolisch die Verantwortung für etwas nicht Greifbares aber Wichtiges. Dadurch erinnern wir uns daran, das wir allein durch unser Sein schon einen Einfluss auf das Ganze haben.

Program herunterladen / Download program HIER / HERE:

Ich freue mich auf euern Besuch bei meiner Wolkenadoptionsstation und bei der Filmforführung! Außerdem hoffe ich, das ich euch dazu begeistern kann eine Wolke von mir zu adoptieren!

Eugene Environmental Film Festival (15 – 24th April 2022)


Szene aus ‘An Infinte Scream’ / Still from ‘An Infinite Scream’

Ich freue mich, das der Dokumentarfilm ‘An Infinite Scream’ über meine Land Art Arbeiten in Namibia beim Eugene Environmental Film Festival gezeigt wird.

Die Filme des hybriden Festivals können online aus der ganzen Welt oder auch vor Ort gesehen werden. Falls du den Film von Steffen Holzkamp noch nicht gesehen hast, oder noch einmal gucken willst, ist dies nun eine perfekte Gelegenheit.

Hier kommst du zu unserem Film: https://eugevoff.org/an-infinite-scream/

Der Film wird in Englisch gezeigt.

(Wenn du den Film lieber in Deutsch sehen willst, dann kann ich dir einen privaten Link während dieser Zeit schicken. Bitte schicke mir dazu deine Email Adresse.)

ENGLISH:
I am happy to announce that our documentary film ‘An Infinite Scream’ about my Land Art Project in Namibia, will be screened as part of the Eugene Environmental Film Festival ( 15-24 April 2022). The hybrid festival allows the films to be seen online from all over the world, as well as in person at the Broadway Metro, Eugene.

In case you have not seen this great documentary film by Steffen Holzkamp yet, or it you like to see it again, this is a perfect opportunity to do so!

This link  takes you to the film. The film will be screened in English.

Von der Webpage vom/ from the webpage of the
Eugene Environmental Film Festival:

“In partnership with The Center for Environmental Futures Emerald Earth Film Festival, we are hosting a hybrid festival!!

April 15th to April 24th, 2022!

Join us for an exploration of our commitment to each other and the environment. Journey and be witness to diverse cultures, traditions, species, beauty, adventure, ecosystems, sustainable practices, and resistance efforts to protect our planet. Envision a world that honors and celebrates voices, perspectives, experiences, and indigenous ways of knowing from around the world

April 15-April 22 films online – free & accessible to a global audience
April 22-April 24 in-person Broadway Metro, Eugene OR http://www.broadwaymetro.com

Szene aus ‘An Infinte Scream’ / Still from ‘An Infinite Scream’

When days become long and lonely – Free Film

Wenn die Tage lang und einsam werden – Land Art Film gucken (Deutsch weiter unten)

SubRosa by Imke Rust – Film Still

The times are crazy and many people around the world are asked to stay at home and avoid social contact. So we thought the time is perfect to finally make our documentary film An Infinite Scream freely accessible to everyone via the Internet.

Also, because the documentary and the artworks have a strong and inspiring message of encouragement to find ways of becoming actively involved in creating the changes we want to see.

And, the good part is that it is available in English and in German! 

You are welcome to share the link and we would love to hear your thoughts once you have watched it.

Please take care and stay healthy!

English:

Concerned about the ever-increasing uranium mining in Namibia a local artist sets out to give the Namib Desert a voice: An Infinite Scream

Thousands of thorns arranged into traps in the blistering desert heat? Black rubbish bag roses planted between dunes or half a ton of salt poured into six huge circles?

Imke Rust’s land art installations not only show her concern about the extent of exploitation and pollution happening in the Namib Desert. They are also an attempt to symbolically protect the land and raising awareness about the effects of the ever-growing uranium mining industry.

Can art be an invocation for change?

Shot in 2012 in Namibia and Berlin, Holzkamp’s approach is determined by the nature and pace of Rust’s artworks. Meditative sequences documenting the making of the “Salt Circles” are followed by reportage style filming of the “The Scream”, an art action at the Atlantic coast.

When the local arts association unexpectedly rejects Rust’s exhibition, the film takes a dramaturgical turn and shifts the focus to the ensuing controversy about freedom of arts in Namibia. The well-known artist, with the help of a network of supporters, now finds alternative ways to ensure her works will be seen.

Strong imagery, breath-taking locations and atmospheric music weave the film into an impressive portrait of courage and initiative in a rather conservative society.

Filming on location in Namibia was supported in part by the National Arts Council of Namibia.

Title: An Infinite Scream
Documentary
English/German
45min
2012-13Produced on location in Namibia and Berlin.

Director & Producer: Steffen Holzkamp Filmmaker and musician based in Berlin.

Stills from the film.

Wenn die Tage lang und einsam werden…

Die Zeiten sind verrückt und viele Leute überall in der Welt sollen Zuhause bleiben und soziale Kontakte vermeiden. Also dachten wir uns, es ist die perfekte Zeit unseren Dokumentarfilm ‚An Infinite Scream’ für alle frei zugänglich im Internet zu veröffentlichen.

Auch weil der Film und die Kunst eine starke, inspirierende Botschaft haben, die uns ermutigt die Veränderungen die wir gerne in der Welt sehen wollen, aktiv und kreativ selbst mit zu gestalten.

Den Film gibt es in English (Original) und Deutsch (Overvoice).

Der Link kann gerne geteilt werden und wir freuen uns natürlich wenn ihr eure Gedanken zu dem Film mit uns teilt.

Bitte pass dich auf und bleib gesund!

Deutsch:

Ein Dokumentar Film von Steffen Holzkamp

Synopsis:

In der prallen Wüstensonne über 1000 Weißdornen zu Kreisen legen? Schwarze Müllsackrosen in die Sanddünen pflanzen? Oder eine halbe Tonne Salz zu einer begehbaren Skulptur formen?

Die Landart Installationen der Namibischen Künstlerin Imke Rust folgen einem immanenten Anliegen: Der Sorge über den zunehmenden Uranabbau in Namibia und der Verschandelung der Wüste. Ihre Kunstwerke sorgen für Aufmerksamkeit, verstehen sich aber auch als ein symbolischer Schutz für das geschundene Land.

Kann Kunst etwas bewirken? Was kann ich tun? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Imke Rust auf eindringliche Weise.

In 2012 in Namibia und Berlin gedreht, spiegelt der Film die teils meditative Stimmung der Entstehung von Rust’s Landart. Ruhige Einstellungen bei der Installation der „Salt Circles“ oder reportagige Handkamera bei der Videoperformance „The Scream“ auf der Seebrücke am Atlankik: Schnitt und Montage folgen dem Tempo der Kunst.

Die Absage der gebuchten Rust-Ausstellung seitens der Kunstvereinigung bringt dem Film eine dramaturgische Wendung und verlagert den Schwerpunkt hin zu einer gesellschaftlichen und medialen Kontroverse über die „Freiheit der Kunst“ in Namibia.

So organisiert sich die bekannte Künstlerin mit Hilfe durch ein Netzwerk von Unterstützern ihre Ausstellung einfach selbst.

Starke Bilder an atemberaubenden Orten, sowie Illustrationen und Musik verdichten den Film zu einem eindrucksvollen Statement für Courage und Eigeninitiative im eher konservativen Namibia.

Die Filmarbeit in Namibia wurde teilweise vom National Arts Council of Namibia unterstützt.
Originaltitel: An Infinite Scream
Trailer: aninfinitescream.wordpress.com
Produktionsland: Namibia / Deutschland
Produktionsjahr: 2012 – 2013
Erscheinungsjahr: 2013
Spieldauer: 45 Minuten
Genre: Kunst/Kultur/Musik & Portrait
Regie & Kamera: Steffen Holzkamp / ONEXA-AV