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Circle of Life – Meeting the Rainforest

(Deutscher Text weiter unten)

Initially I felt overwhelmed by the rainforest and how unfamiliar this environment was to me. I spent the first day getting to know the forest and made small, quick artworks to introduce myself to the forest and ask its blessings for me to work there.

Small creative offerings to Banco forest:

Following is a short meditation which I have written in my sketchbook on the first day in the Banco forest:

Introducing myself to the forest.

A desert girl coming from the cold.
Feeling fragile and overwhelmed.
It is noisy.
My headache is slightly better.
I think it is raining.
I can hear it, but not feel it.

I feel a lot of pressure. And some loneliness…

I must trust that Banco will also introduce itself to me.
Open up and invite me in. Share its secret and let me know why I have come here.
Why are we brought together?

I feel a certain sadness.
I don’t belong. But that should be obvious.
This is a foreign place.
Africa, but far away from home.

Desert. Contained.

I am here. In the rainforest.
The lungs of Abidjan.
The heart of the rain.

I am here for a reason.

To bring a gift and to receive some.
As a pioneer. As a creator. As an African and a German – I meet in the middle (of my two homes).

I am coming to the source of the rain.
To learn, to understand, to transform and be transformed.

There is something the forest needs from me. That is why I am here.
I am open to all I can be and listening and feeling into what needs to happen.

Desert. Contained. In a rainforest.

I witness. I create. I play. I move. I am moved.

The space which chose me

By the end of the day the forest invited me to this space and I knew this is where I should start. A few initial ideas were considered and offered to the forest, but then discarded, when I realised it is not what wants to happen there.

Working with no plan and with this kind of careful dialogue with the nature around me is exciting and yet always a challenge too. I am challenged to trust, to become quiet, to hush my ego and to ignore my inner critic (and she is a real tough one).

The dialogue happens on a soul-heart basis. I imagine a next step and then feel it in my body. Does it feel good? Is there a YES? Are there any other images coming up?

As soon as there is a yes-feeling, I start with that step. Even though I usually do not know where the road leads to or how the final artwork will look like. I have learned, that the idea, which I form in my mind, of how it should be, usually gets tumbled over pretty quickly. Unless I try to hold onto it, then the artwork does not flow along, but gets sticky, like stepping into old bubblegum.   

Starting to create a circle

All the time I had this idea to work with clay. Yet, that did not want to happen. At least for now. The idea of a circle felt good, so I mapped it out with some fallen branches. Then I found more branches and thought, ok, I can just as well add them.

Part of the benefits of the AGA was, that there were several art students who would assist us artists with our work. Having an assistant, especially an enthusiastic and hard-working student, who is curious, open and friendly is a real blessing. I still had no idea where this will be going. Silue, my assistant, wanted to know what he can do. After asking him to wait a few times, I realised that I needed to just give him some task. So I asked him to collect some more branches.

After the first day of working, with Tenena Francis Silue.

And I too collected some more branches and slowly this nest-like structure grew. As I worked on it, I realised that not only is it positioned between 2 large trees and enveloped by their roots, but also that there is a small tree at the entrance to the ‘nest’. I also realised that one of the large trees was in actual fact dead.

While I placed the branches along the circle, I saw the resemblance to life: we are born (small tree) then grow up (large tree) and then die (second large, dead tree) and that this cycle continuous endlessly. That is how it got its title.

Small tree, large tree and dead tree…

As I finished, I also noticed that during the two days working, I started to feel more at home and at ease in the forest. It was as if the forest has invited me to consider it as a friendly home, by allowing me to create this nest-like structure and protective circle.

I heard it whisper to me “Now you have a home in the forest too. When you are mindful, you recognise that you are part of nature and therefore always safe and protected. Similarly nature needs you to help raise the awareness, that this, our all home, needs to be protected too.”

Circle of Life (Imke Rust, Banco Forest, Abidjan for the Abidjan Green Art Biennale 2019)

View more works created during the Abidjan Green Arts Biennale HERE.

German:

Kreis des Lebens – den Regenwald kennenlernen

Am Anfang fühlte ich mich überwältigt von dem Regenwald und wie fremd ich mich in dieser Umgebung fühlte. Den ersten Tag verbrachte ich damit den Wald zu erkunden und ein paar, kleine, spontane Arbeiten zu erschaffen um mich dem Wald vorzustellen und um seinen Segen zu bitten, damit ich dort arbeiten kann.

An dem Tag entstand auch der folgende meditative Text, den ich in mein Skizzenbuch notierte:

„Mich dem Wald vorstellen.

Ein Wüstenmädchen das aus der Kälte kam.
Fühle mich zerbrechlich und ein wenig überfordert.
Es ist laut.
Meine Kopfschmerzen sind etwas besser geworden.
Ich glaube es regnet.
Ich höre es, aber fühle es nicht.

I spüre einen großen Druck. Und etwas Einsamkeit…

Ich muss Banco vertrauen, das er/sie sich mir vorstellt.
Sich mir öffnet und mich einläd. Seine/ihre Geheimnisse mit mir teilt und mir zeigt warum ich hier bin.
Warum wurden wir zusammengeführt?

Ich verspüre eine gewisse Traurigkeit.
Ich gehöre nicht hier her. Aber das ist ja offensichtlich.
Dies ist ein fremder Ort.
Afrika ja, aber sehr weit weg von Zuhause.

Wüste. Eingegrenzt.

Ich bin hier. In dem Regenwald.
Die Lungen von Abidjan.
Das Herz des Regens.

Es gibt einen Grund warum ich hier bin.

Um mein Geschenk zu bringen und etwas zu erhalten.
Als Pionier. Als Schöpferin. Als Afrikanerin und als Deutsche – wir treffen uns in der Mitte (von meinen beiden Heimaten).

Ich komme zu dem Ursprung des Regens.
Zu lernen, zu verstehen, zu verwandeln und verwandelt zu werden.

Es gibt etwas das der Wald von mir braucht. Darum bin ich hier.
Ich bin offen für alles was ich sein kann, höre und fühle was passieren soll.

Wüste. Eingegrenzt. In einem Regenwald.

Ich beobachte. Ich schöpfe. Ich spiele. Ich bewege. Ich werde bewegt.“

View from inside out.

Am Ende des Tages hat der Wald mich zu diesem, einen Platz geführt und ich fühlte hier soll ich anfangen. Ich hatte ein paar erste Ideen, die ich dem Wald anbot. Aber sie wurden verworfen, sobald ich merkte, das sie nicht passten.

Es ist spannend und gleichzeitig eine Herausforderung so ungeplant zu arbeiten und mich dabei auf einen sensiblen Dialog mit der Natur zu verlassen. Ich bin angehalten zu vertrauen und still zu werden, meinem Ego und inneren Kritiker auf stumm zu schalten. Gar nicht so einfach.

Dieser Dialog findet auf einer Herz-Seelen Ebene statt. Ich stelle mir einen möglichen nächsten Schritt vor und spüre dann in mich hinein. Fühlt es sich gut an? Ist da ein JA? Kommen irgendwelche anderen Bilder hoch?

Sobald ich ein JA-Gefühl habe, fange ich mit der Umsetzung des nächsten Schrittes an. Meist habe ich aber keine Ahnung wohin er führt oder wie das finale Kunstwerk aussehen soll. Ich habe gelernt, die Idee, die ich selber davon habe, was passieren soll, meist sehr schnell übern Haufen geworfen wird. Es sei denn ich halte zu stark daran fest, dann will es nicht fließen und die Arbeit wird zäh, als sei man in ein altes Kaugummi getreten.

Die ganze Zeit meinte ich, ich solle mit Ton arbeiten. Aber das wollte nicht passieren. Immerhin vorerst nicht. Die Idee eines Kreises lockte mich, also fing ich an, mit heruntergefallenen Ästen einen Kreis auf den Boden zu legen. Ich fand noch mehr Äste und legte sie auch auf den Kreis.

Einer der Vorzüge der AGA war, das es einige Kunststudenten gab die uns geladenen Künstlern assistieren sollten. Es ist wirklich ein Segen, einen Assistent zu haben, noch dazu jemanden, der enthusiastisch, fleißig, neugierig und offen ist. Allerdings wusste ich immer noch nicht was genau ich machen sollte und Silue, mein Assistent, wollte natürlich gerne etwas tun. Nachdem ich ihn einige Male gesagt habe, er solle einfach noch warten, bekam ich ein schlechtes Gewissen. Ich musste ihm eine Aufgabe geben. Also bat ich ihn, mir erst einmal noch Äste zu suchen.

Circle of Life (Imke Rust)

So entstand langsam ein nestähnlicher Kreis. Während ich immer mehr Äste einbaute, merkte ich, das der Kreis zwischen den Wurzeln zweier großen Bäumen war. Außerdem stand ein kleiner Baum am sich entwickelnden Eingang zu dem Kreis oder Nest. Und mir wurde klar, dass einer der großen, starken Bäume eigentlich tot war.  

So wie die Wände des Kreises wuchsen, verstand ich die Verbindung zum Leben: wir werden geboren (kleiner Baum), wachsen auf (großer Baum) und irgendwann sterben wir (zweiter großer, toter Baum). Dieser Kreislauf wiederholt sich unendlich. So bekam die Arbeit ihren Titel: Kreis des Lebens.

Nach vollendeter Arbeit fiel mir noch etwas auf. Während den zwei Tagen, in denen diese Arbeit entstand, fühlte ich mich immer mehr zuhause und wohl in dem Wald. Es war, als ob der Wald mich eingeladen hat, ihn als ein freundliches Zuhause zu erkennen, indem er mich dazu anhielt diese nestartige Struktur und einen schützenden Kreis um mich zu bauen.

Es war, als wollte er mir sagen: „Nun bist du auch im Regenwald zuhause. Solange du Achtsam bist, erkennst du dich als Teil der Natur und bist sicher und beschützt. Genauso brauche auch ich deinen Schutz und Hilfe diese Botschaft mit anderen zu teilen.

Kreis des Lebens von Imke Rust im Banco Regenwald, Abidjan. Für die Abidjan Green Art Biennale, 2019.

Hier sind weitere meiner Arbeiten die während der Abidjan Green Art Biennale entstanden sind zu sehen.

My Art in the Iwalewahaus Collection

I am so excited to share this news with you!! (Deutscher Text weiter unten)

The Iwalewahaus from the University of Bayreuth has acquired two art series from me.  The Iwalewahaus has a great collection of modern and contemporary visual art and popular culture from Africa, Asia and the Pacific regions, which is unrivalled in Germany.

I feel immensely honoured and very happy that my works will become part of this unique publicly accessible collection.

Both works are about the Namibian colonial history and how we are dealing with it today.

The Horse is a Problem. The Horse Must Go. Imke Rust, 6 sheets, Acrylic on green paper, 60x50cm each

‚The Horse is a Problem. The Horse Must Go.’ Consists of six works (Acrylic on green paper, 60 x 50cm each) which relate to the equestrian monument from colonial times, as well as the new statue of an unknown soldier erected on Heroe’s Acre by Koreans. The title derives from a speech made by former president Pohamba.

While the German-speaking Namibians speak of the Reiter (Rider), English-speakers usually refer to the Horse, when they speak about the equestrian monument. This difference in interpretation and naming is interesting, as it shows our differences in perception and thinking. Both, horse and rider, form a part of something bigger, which again is symbolic of something else. Some people want to save the rider others see the horse as the root of the problem. As long as we are not prepared to call the problems by their real names, acknowledge all parts and search for a joint solution it will be a challenge and we will fight about something very superficial.

Added to that, is the fact that the modern statues are no less problematic. Statues which were build after independence to unify the nation and celebrate more recent heroes of the independence struggle have been ordered from an Asian catalogue and installed by the North-Koreans. Hardly any Namibian can really identify with these statues, especially since they look more Asian than Namibian.

Who Cares About the Horse? Imke Rust, Mixed Media on paper, 3 sheets, each 29 x 21cm

The second series which was bought is entitled: ‘Who Cares About the Horse?’.

It consists of three pages (mixed media on paper, 29 x 21cm each). In 2008, South African artist William Kentridge showed the video artwork ‘I am not me, the horse is not mine.’ The title speaks of the denial of guilt and this has inspired my series of works. Each page shows an image from the German colonial times in Namibia. The first page shows a young Herero boy with a horse and the typed text ‘I am me. The horse is not mine.’ The second page shows a German officer on his horse and the text ‘I am me. The horse is mine.’ The third page shows a Herero man on a riding ox and the text ‘I am me. Who cares about the horse?’

This light-hearted work reminds us, to be stand by who we are, acknowledge the guilt we all carry and then we can find alternative, peaceful solutions which make the question about the ‘horse’ redundant.

Ich freue mich, diese Neuigkeiten teilen zu können – Deutsch

Das Iwalewahaus der Universität von Bayreuth hat zwei meiner Arbeitsserien für ihre Sammlung angekauft. Das Iwalewahaus verfügt über eine in Deutschland einzigartige Sammlung moderner und zeitgenössischer bildender Kunst und populärer Kultur aus Afrika, Asien und dem pazifischen Raum.

Es ist für mich eine große Ehre und eine besondere Freude, das meine Arbeiten nun in dieser einzigartigen Sammlung öffentlich zugänglich sein werden.

Die beiden Arbeiten befassen sich mit der namibischen Kolonialgeschichte und unseren heutigen Umgang mit ihr.

Detail: Reiter, denk mal

‚The Horse is a Problem. The Horse Must Go.’ Besteht aus sechs Blättern (Acrylic auf grünem Papier, je 60 x 50cm) die sich mit dem Umgang mit dem Reiterdenkmal aus der Kolonialzeit, aber auch der Statue des unbekannten Soldaten die von Nordkorea auf dem Heldenacker errichtet wurde, befassen. Der Titel ist von einer Aussage des ehemaligen Präsidenten Pohamba abgeleitet.

Während die Deutschen vom Reiterdenkmal reden, wird von Anderssprachigen meist nur von dem Pferd geredet. Schon in diesen unterschiedlichen Interpretationen von einer Sache sehe ich interessante Andeutungen, wie unterschiedlich wir denken und die Situation wahrnehmen. Beides, Pferd und Reiter, sind Teil eines Ganzen und Sinnbild für etwas anderes. Die einen wollen den Reiter erhalten, die anderen sehen das Pferd als Problem. Solange wir nicht bereit sind die eigentlichen Probleme beim Namen zu nennen, alle ihre Teile anzuerkennen und dafür gemeinsam Lösungen zu finden, ist es schwierig und wir streiten uns sehr emotional um Oberflächliches.

Dazu kommt, das die neuen Denkmäler oft nicht weniger zwiespältig zu deuten sind. Denkmäler die nach der Unabhängigkeit die Bevölkerung vereinen sollen und die Helden des Unabhänigkeitskampfes feiern, wurden aus einem Nordkoreanischem Katalog bestellt und auch von ihnen angefertigt. Identitätsstiftend wirken sie kaum auf irgendeinen ein Namibier, zumal sie meist ehr asiatische Gesichtszüge aufweisen als namibische.  

Die zweite Arbeitsserie die angekauft wurde heißt: ‚Who Cares About the Horse?’ und besteht aus drei Blättern (Mischtechnik auf Papier, je 29 x 21cm).

In 2008 zeigte der Südafrikanische Künstler William Kentridge eine Videoarbeit ‚I am not me, the horse is not mine.’ Der Titel, der von einer Schuldabweisung spricht, hat diese Serie inspiriert. Auf jedem Blatt ist ein Bild aus der deutschen Kolonialzeit zu sehen. Auf dem ersten ist ein Herero Junge mit einem Pferd zu sehen, dazu der Text: ‚I am me. The Horse is not mine’. Das zweite zeigt einen Schutztruppler, hoch zu Ross, dazu der Text ‚I am me. The horse is mine.’ Das dritte Bild zeigt einen Herero auf einem Reitochsen mit dem Text ‚I am me. Who cares about the horse?’

Diese Arbeit soll auf eine lustige Weise daran erinnern, das wir alle ehrlich dazu stehen sollten wer sie sind und welche Schuld wir alle tragen. Dann wäre es vielleicht einfacher uns auf alternative Lösungen zu konzentrieren und die die Frage nach dem ‚Pferd’ überflüssig machen.  

Ich höre den Schakal – Two Person Exhibition in Dachau 4 July

Katrin Schürmann and Imke Rust
will be exhibiting
at the Galerie der KVD in Dachau.
Opening on the 4th of July @ 19h30

Save the date! And please share with your friends in the area!


Hope to see you there! 😃 Ich freue mich euch dort zu sehen!

About the exhibition: (für den deutschen Text, bitte runter – scrollen)

Katrin Schürmann (1944) and me (1975) have a very interesting connection: we both grew up on the same farm in Namibia and we went to the same school in Swakopmund. We both are artists and both are now living in Germany.

Having met in 2017 at my exhibition in Munich we have kept in contact via email and exchanged memories and thoughts about the farm and our connection. Katrin Schürmann soon invited me to join her in an exhibition exploring this unique connection that we have.

After her studies Katrin Schürmann left Namibia to work in Germany and stayed ever since. In 1984 her mother sold their family farm Otukarru to my parents. So, just like Katrin, I spent a big part of my youth on the farm. Since my family is still farming there, I am also visiting as often as I can.

How do two artists of different generations relate to the same piece of land? How do the perspectives differ because of time,  memory and physical and emotional distance? Where do the perceptions differ? Where are they similar. How do the artists each deal not only with their personal histories, but also the colonial history? Especially in the current times, when it is important to critically question the history of land ownership in Namibia.

Both artists feel a strong connection to nature and Namibia’s vast spaces, the desert and the bush. Katrin works with abstract minimalism. Her monotypes and installations reflect the the barrenness of the land.

I am showing mixed media works, drawings and video works, which are mostly abstract figurative and explore my direct relation to the farm which I still call home. I am questioning the idealisation of and my ambivalent feeling towards the farm life. Current happenings, such as the drought, poaching incidents and the political call for land expropriation of white farmers, affect me directly and are expressed in my works.

Imke Rust ‘Rinderpest’ Mixed Media on paper, 68 x 82cm

Deutsch:

Wer entsinnt sich nicht an den Satz, der am Anfang des Romans von Tanya Blixen und einem sehr erfolgreichen Film steht: „Ich hatte eine Farm in Afrika“. Diese Aussage trifft auch auf die beiden Ausstellerinnen zu. Er prägte ihre Jugend.

Es ist nicht nur die Kindheit in Afrika, die Katrin Schürmann (1944) und Imke Rust (1975) verbindet – sie wuchsen auf derselben Farm in Namibia auf, gingen zur selben Schule in einem 300 Kilometer entfernten Dorf an der Küste, mitten in der Wüste. Dies alles stellte sich heraus, als sich die beiden Frauen zum ersten Mal trafen anlässlich einer Ausstellung von Imke Rust 2017 in der Pasinger Fabrik in München. Die beiden gehören verschiedenen Generationen an, die eine lebt heutzutage in Berlin, die andere in München.

Gemeinsam ist den beiden Künstlerinnen sicherlich die Liebe zur Natur, zu den endlosen Weiten der afrikanischen Savanne und der Wüste. Dieses drückt sich in der Arbeiten von Katrin Schürmann eher in minimalistischen, reduzierten Abstraktionen aus. Die Kargheit des Landes spiegelt sich in einfachen und direkten Darstellungen (Monotypien und Installationen) wider.

Ganz anders sind die Arbeiten von Imke Rust einzuordnen. Die gebürtige Namibierin, die erst vor kurzem nach Deutschland kam, weist auf politische Entwicklungen hin, bringt eine zwiespältige Reflektion zum Ausdruck, denn beide Künstlerinnen müssen sich heutzutage fragen, unter welchen Umständen diese Farm zur Kolonialzeit in Deutschen Besitz kam.

Imke Rust ist regelmäßig in ihrer Heimat und auf der elterlichen Farm. Somit ist sie immer wieder mit den aktuellen Geschehnissen dort konfrontiert. Ob Trockenheit, Wilderei oder die Forderungen nach Landenteignungen weißer Farmer – vieles berührt sie direkt und spiegelt sich in ihren Werken wieder

Imke Rust zeigt Arbeiten die auf der elterlichen Farm in Namibia entstanden sind oder in direkter Beziehung dazu stehen. Sie arbeitet multimedial und vorzugsweise direkt in der Natur, welches sie in Fotografien, Zeichnungen und Videoarbeiten dokumentiert und zeigt.

Für die geplante Ausstellung befassen sich beide Künstlerinnen mit ihrer Beziehung zu dem Land Namibia, aber auch dem Stückchen Land auf dem beide aufgewachsen sind und das für sie lange ihr Zuhause war. Wie sehen sie ihre persönliche Beziehung zu dem Land und seiner Geschichte? Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede gibt es in der Wahrnehmung? Gerade in der jetzigen Zeit, wo Deutschland von den Herero zur Verantwortung für ihre koloniale Geschichte gezogen wird, ist eine kritische und persönliche Hinterfragung was es denn bedeutet „eine Farm in Afrika gehabt zu haben?“ spannend und wesentlich.

Mehr Information zu / More information about Katrin Schürmann:  http://www.katrinschuermann.de

Katrin Schürmann Monotypes 100 x 70cm

 

 

Fremde Welten – Orangerie, Oranienburg

Wald / Forest, Acryl auf Leinwand, 100 x 100cm

Announcement Upcoming Solo Exhibition / Bekanntmachung Solo Ausstellung:

»Fremde Welten«
Land-Art-Fotografien und Malerei von Imke Rust in der Orangerie

Oranienburg – Imke Rust zieht es raus in die Natur. Das Besondere dabei: Die Künstlerin malt nicht die für uns gewohnte Umwelt, sondern sie entführt den Betrachter in fremde Welten und neue Perspektiven. Zum Teil entstanden ihre Arbeiten in Namibia, der exotischen Heimat der Künstlerin. Andere Arbeiten sind Ausdruck ihrer Erfahrungen und Gefühle der ihr neuen Umgebung hier in Deutschland, wo sie seit ein paar Jahren ihr zweites Zuhause gefunden hat. Ihre vielseitigen Ausdrucksformen über Installationen und Malerei, sowie ihre spezielle Bild und Formsprache, mal figürlich, mal abstrakt, spannen auch konzeptuell den Bogen zwischen verschiedenen Welten.

Interessierte haben ab Dienstag, 13. Februar, die Möglichkeit, die Ausstellung »Fremde Welten« von Imke Rust bei Veranstaltungen in der Orangerie, Kanalstraße 26a, oder nach telefonischer Vereinbarung unter (03301) 600 8506 zu besichtigen.

Am Donnerstag, 5. April, findet die Finissage zur Ausstellung gemeinsam mit der Künstlerin statt. Hierzu präsentieren Filmemacher Steffen Holzkamp und Imke Rust einen eindrucksvollen Dokumentarfilm über die Entstehung der ausgestellten Land-Art-Arbeiten.

Mehr Info: Orangerie – Oranienburg